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Achtsamkeit für entspannte Weihnachten

Achtsamkeit für entspannte Weihnachten

Achtung: Achtsamkeit!

Das Wort ist ja derzeit in aller Munde. Auch als ich heute mit meiner Mutter telefoniert habe. Sie erzählte mir von einer Freundin. Die ernährt sich vegan und erzählte einem Freund davon, dass unsere Welt eine bessere wäre, wenn sich alle vegan ernähren würden. Der Freund sah das ganz anders und griff zu solchen wie Vokabeln wie Quatsch und Blödsinn.

Darüber regte sich nun wieder die Freundin meiner Mutter sehr auf und wurde immer lauter, um ihn zu überzeugen. Klar. Weil Wiederholungen in Kombination mit Lauter werden auch schon immer geholfen haben: „RÄUM ENDLICH DEIN ZIMMER AUF!“

Meine Wahrheit, deine Wahrheit

Warum darüber streiten? Das führt selten zu mehr Einsicht auf beiden Seiten. Vor allem weil es DIE Wahrheit nicht gibt. Es gibt meine Wahrheit. Oder Ihre Wahrheit. Es gibt auch die Wahrheit der Freundin. Und natürlich die Wahrheit des Freundes der Freundin. Und alle haben recht. Das predigt doch jeder Coach und Persönlichkeitstrainer. Und es steht in vielen Büchern.

Es geht also nicht darum, noch bessere Argumente für die eigenen Wahrheit zu finden. Sondern vielmehr darum zu überlegen, was mein Gegenüber braucht. Manche brauchen Zahlen, Daten und Fakten. Manche brauchen emotionale Geschichten. Wieder andere hätten gerne Zeit, um darüber nachzudenken.

Immer dieselbe Strategie

Wir neigen dazu, immer wieder zur selben Strategie zu greifen. Und sind dann fast noch böse, wenn beim 99. Mal kein anderes Ergebnis heraus kommt. Zum Beispiel habe ich heut mit einer Führungskraft gearbeitet, der seinen Mitarbeitern die Anleitungen immer so erklärt, wie er sie gerne hätte. Wenn er es versteht, werden es ja wohl auch alle anderen auf diese Weise verstehen.

Leider nicht. Daher ging er zu Wiederholungen über. Beim dritten Mal sollte die Mitarbeiterin es verstehen. Warum sollte sie?

Was braucht mein Gegenüber?

Anstatt immer wieder zu überlegen, wie ICH meine Werte glaubhaft erklären kann. Und wie ICH meine Wahrheit überzeugend präsentiere. Da wäre es doch mal an der Zeit zu überlegen, was mein Gegenüber braucht. Dieser Freund von der Freundin bräuchte vielleicht Studien. Okay, die können natürlich auch alle gefälscht sein. Und dennoch. Manche mögen wissenschaftliche Studien. Und vermeintliche Beweise. Die wollen keine emotionalen „Verschwörungstheorien“.

Und hier greift nun die Achtsamkeit. Sagen Sie Tschüß zu Ihrem Blickwinkel und versetzen Sie sich mal in den anderen hinein. Die Übung aus dem Achtsamkeitstraining ist simpel. Sie fragen sich einfach: „Was braucht mein Gegenüber, damit wir uns verstehen?“

Ein stampfendes, schnaufendes Kind

Wie ein schmollendes, schnaufendes, stampfendes Kind brauchen Sie nicht Ihre Wahrheit verteidigen. Natürlich können Sie es machen, doch es bringt in den wenigsten Fällen etwas. Und sieht darüber hinaus noch albern aus. Überlegen Sie lieber, was Ihr Gegenüber braucht. Vielleicht braucht er es auch mal, dass Sie über dieses Thema nicht mehr reden. Oder wenn Sie darüber reden, dann weniger emotional.

Das ist Weihnachten ganz genauso. Viele verharren auf Ihrem Standpunkt und verteidigen ihn bis aufs Blut. Vor allem weihnachtliche Traditionen. „Nein. Bei uns wird immer die Gans gegessen. Mit so einem veganen Quatsch fangen wir gar nicht erst an.“ Oder: „An Heiligabend sitzen wir immer noch bis Mitternacht zusammen. Da darf sich niemand um 23 Uhr in die Disko verabschieden.“

Achtsamkeit? Achtsamkeit!

Anstatt nun ständig zu überlegen, wie Sie die anderen von Ihren Traditionen begeistern können, wäre ein Blick über den Tellerrand hilfreich. Was braucht mein Gegenüber, damit wir uns verstehen? Vielleicht braucht er die Freiheit, an Heiligabend noch weggehen zu dürfen. Und vielleicht hilft ihm dies, den ganzen Rest mit Begeisterung mitzumachen. Und vielleicht braucht das vegane Familienmitglied nur das Gefühl, dass ihre Essweise nicht nur als Quatsch wahrgenommen wird.

Wenn Sie sich darauf einlassen, sich in den anderen hinein zu fühlen, dann werden die Diskussionen entspannter laufen. Sie werden nicht immer gewinnen. Aber das ist eben auch nicht das Ziel. Doch Sie werden fröhlicher miteinander umgehen.

„Was braucht mein Gegenüber, damit wir uns verstehen?“ – Diese Frage können Sie sich auch heute im Büro stellen. Viel Spaß dabei!

 

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