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Dankbarkeitsübung für eine schöne Vorweihnachtszeit

Die Dankbarkeitsübung hätte ich schon früher in meinem Leben gebrauchen können. Natürlich hat mir meine Großmutter immer mal wieder mit zittriger Stimme gesagt, dass ich dankbar sein soll. Doch welches Kind versteht schon, wie wichtig das wirklich ist? Sie vielleicht. Ich nicht.

Alles nervte mich

Ich war gut darin, dass mich vieles genervt hat. Meine Großeltern kamen zum Beispiel am zweiten Weihnachtstag immer um 8 Uhr morgens. 8 Uhr. Viel zu früh. Und bei meinen Großeltern bedeutete es, dass sie fünf Minuten vor 8 auf der Matte standen. Nervig. Vor allem, wenn ich als Leseratte die halbe Nacht in meinen neuen Büchern gelesen hatte.

Mich nervte auch, dass meine Schwester ständig schwänzen durfte. Sie war Weihnachten ganz oft nicht da. Aus den unterschiedlichsten Gründen, die immer akzeptiert wurden. Wenn ich mal schwänzen wollte, kam die Aussage: „Wer weiß, ob Großmutti nächste Weihnachten noch lebt.“ Emotionale Erpressung.

Meine Hass-Liebe für Weihnachten

Einerseits liebte ich Weihnachten. Die Kerzen. Den Duft. Das Schenken und beschenkt werden. Aber ich hasste es auch, weil so ein Druck auf diesen Tagen lastete. Wehe es war jemand schlecht gelaunt. Dann waren auch alle anderen gleich schlecht gelaunt, weil einer es wagte schlecht gelaunt zu sein. Die Schuldfrage an den vermiesten Weihnachten war damit geklärt.

Damit das bloß nicht passiert, habe ich mir zu Weihnachten ein Dauergrinsen fest getackert und zwanghaft den Clown gespielt, um jede Klippe zu umschiffen und jeden in der Familie kurz vor einem melancholischen Tiefgang in die Heiterkeit zu entführen. Was war das anstrengend.

Der liebevolle Blick zurück

Mittlerweile kann ich zurück schauen und mich an die vielen schönen Stunden erinnern, die durchaus vorhanden waren. Ich mag immer noch den Duft, den Weihnachtsbaum, die Stille, die Musik … Weihnachten eben. Und rückblickend fällt mir auf, dass ich nur oberflächlich versucht habe die Weihnachtsstimmung zu retten. Genau deswegen ist es mir auch nie so wirklich gelungen.

Mit einem aufgesetzten Lächeln überzeugen wir niemanden von guter Laune. Und ein gestresster Clown sorgt nicht für mehr Entspannung. Was ich damals nicht versucht habe, war der Tipp meiner Großmutter: Dankbarkeit.

Die Dankbarkeitsübung

Schlau ist es, wirkliche Freude zu entwicklen und zuzulassen. Viel überzeugender, als Freude krampfhaft erzeugen und erhalten zu wollen. Von meiner Freundin Maike van den Boom habe ich die Dankbarkeitsübung gelernt. Sie meint, dass unser Glücksniveau um einiges steigt, wenn wir einen Monat lang konsequent jeden Tag diese Übung machen. Und der Effekt hält circa ein halbes Jahr, auch wenn Sie danach nicht weiter machen.

Wie geht diese Dankbarkeitsübung? Sie sagen sich jeden Tag drei Dinge, für die Sie ehrlich dankbar sind. Zum Beispiel bin ich dankbar dafür, dass ich heute einen Züchterin gefunden habe, bei der ich wohl meinen nächsten Hund kaufen werde. Und ich bin dankbar dafür, dass ich heute so eine liebe E-Mail von einer Teilnehmerin der Ich REDE. Akademie bekommen habe. Und ich bin dankbar dafür, dass heute so ein schöner, sonniger Tag war.

Simpel und nachhaltig

Das war´s? Werden Sie sich vielleicht fragen. Mehr nicht? Nur drei Dinge denken, für die ich dankbar bin? Ja. Das reicht. Was ändert sich dadurch? Sie konzentrieren sich auf die Dinge, die schön sind. Da Sie ja nur etwas denken oder aussprechen möchten, für dass Sie wirklich dankbar sind, verändert sich Ihr Blick. Sie halten nach Situationen, Aussagen, Tatsachen und Menschen Ausschau, für die Sie dankbar sein können.

Ich habe mich als Kind und Jugendliche leider darauf konzentriert das Negative zu vermeiden. Was hatte ich dadurch im Kopf? Das Negative. Wonach habe ich Ausschau gehalten? Auf erste Anzeichen schlechter Laune. Dies ist ähnlich sinnlos, wie die Konzentration auf Fehlervermeidung. Wenn Führungskräfte möchten, dass Mitarbeiter fehlerfreier arbeiten, dann ist es sinnvoll sich auf gute Arbeit zu konzentrieren. Und nicht auf Fehler. Denn wenn die Führungskräfte nach Fehlern Ausschau halten, werden Sie auch Fehler sehen und vermehrt ernten.

Unsere aktuellen Interessen bestimmen, was wir sehen

Unser Gehirn kann unglaublich viel wahrnehmen. Unbewusst. Was dann auch wirklich ins Bewusstsein durchsickert wird durch aktuelle Interessen bestimmt. Sie interessieren sich für rote Autos? Dann sehen Sie nur noch rote Autos. Sie möchten schwanger werden? Dann sehen Sie nur noch schwangere Frauen. Sie möchten abnehmen? Dann sehen Sie nur noch schlankere Personen.

Wenn Sie sich also auf Fehler konzentrieren? Werden Sie nur noch Fehler sehen. Und Ihren Mitarbeitern werden noch häufiger Fehler passieren, weil sie bei der Fehlervermeidung ständig die Fehler im Kopf haben. Wenn Sie allerdings die Mitarbeiter für gute Arbeit loben, dann ändert sich der Fokus. Dies führt wirklich zu einer Fehlerreduzierung. Denken Sie an das, was Sie haben möchten und nicht an das, was Sie nicht haben möchten.

Freuen Sie sich auf schöne Weihnachten

Anstatt also all das im Kopf zu haben, was schief laufen könnte und früher schon schief gelaufen ist, könnten Sie an all das denken, was Sie schön finden. Halten Sie Ausschau, wofür Sie ehrlich dankbar sein können. Heute am zweiten Advent. Vielleicht, dass das Adventsgesteck so schön ist. Oder dass ein lieber Mensch anruft. Oder dass die Plätzchen heute besonders gut schmecken.

Hier mache ich Ihnen die Dankbarkeitsübung noch einmal im Video vor.

Und ich? Ich bin dankbar dafür, dass Sie diesen Blogbeitrag bis zum Ende gelesen haben. Auch dafür, dass ich so eine tolle, treue Freundin wie Maike van den Boom habe. Und ich bin dankbar dafür, dass es mir heute gesundheitlich wieder besser geht.

Ich wünsche Ihnen einen schönen zweiten Advent!

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