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So können Sie verletzende Angriffe minimieren

Deinstallieren Sie den Knopf für Angriffe

Das war einer der fiesesten Angriffe, die ich jemals erlebt habe von einem Kollegen. Wie kann er mich dermaßen beschimpfen und mir unterstellen, dass ich nicht wertschätzend und dafür engstirnig und egoistisch wäre …  

Die Angriffe warten überall

Vor allem zu Weihnachten bin ich emotional. Noch emotionaler als sonst. Und deswegen auch besonders sensibel. Wenn in so einem Zeitraum ein Kollege eine meiner Ideen klaut, dann verletzt es mich maßlos. So geschehen im letzten Jahr. Ich hatte eine schöne Showidee und ein Kollege veranstaltete auf einmal genau dieselbe Veranstaltung wie meine. Fast mit dem selben Werbetext.

Als ich mich darüber beschwerte, brach er empört den Kontakt zu mir ab. So etwas unverschämtes hätte er noch nie erlebt. Wie könne ich ihm Ideenklau vorwerfen? Ideen seien frei und jeder dürfe jede Idee aufgreifen. Das wäre eine freie Welt und niemandem würden Ideen gehören. Und wenn ich so engstirnig sei und dies nicht einsehen könne, dann will er lieber gar keinen Kontakt mehr zu mir haben. Schrieb´s und sperrte mich überall.

Darum geht es aber nicht

Es geht mir nun aber nicht darum, nach einem Jahr noch einmal hinter her zu treten. Oder gar mit Ihnen darüber zu diskutieren, wer Ihrer Meinung nach im Recht ist. Es geht mir darum, dass ich mich unglaublich verletzt fühlte. Da klaut jemand meine Idee und anstatt sich zu entschuldigen, werde ich noch über alle Maßen beschimpft. Und zwar mit Worten, die in meinen Augen weit unter die Gürtellinie gehen. Ich fragte mich, womit ich das verdient habe und wieso dieser Kollege so um sich haut?

Doch die viel interessantere Frage fiel mir erst später ein. Wieso hat es mich so verletzt? Wieso lasse ich dies an mich ran? Weil es ungerecht war. Stimmt. Aus meiner Wahrnehmung heraus war es mehr als unfair. Doch Menschen, die mich kennen, würden mir nie solche Dinge unterstellen, wie es dieser Kollege getan hat. Warum regt mich das also auf?

Wer hat diesen Knopf installiert?

Und genau an diesem Punkt wird es spannend. Er hat einen Knopf gedrückt. Bei mir. Doch er hat ihn nicht installiert. Und die Frage ist, warum ich diesen Knopf immer noch besitze und zulasse, dass andere ihn drücken können. Was ist das für ein Knopf? Ich mag keine Ungerechtigkeit. Ich mag es nicht, in ein falsches Licht gestellt zu werden. Alles gut und schön, doch warum gibt es diesen Knopf?

Weil ich genau solche Situationen in meinem Leben schon zu oft erlebt habe. Als Kind habe ich mich manchmal gefragt, warum ich versuche gut zu sein, wenn mir dann doch unterstellt wird, ich sei böse. Und wenn manchmal Bösartigkeit eher belohnt wird. Ich will mich hier nicht als Gutmensch hinstellen. Davon bin ich weit entfernt. Auch ich habe meine Schwächen. Doch haben diese Erlebnisse in meiner Kindheit und Jugend dazu geführt, dass ich mich sehr hilflos, einsam und verlassen fühle, wenn anscheinend nur ich die Ungerechtigkeit sehe.

Wer trägt die Verantwortung für den Knopf?

Das ist eine gute Frage. War trägt die Verantwortung, dass ich diese Ansichten anderer überhaupt als Angriffe empfinde? Dass ich diesen Knopf immer noch besitze? Ich bin mittlerweile fast 47 Jahre alt und brauche diesen Knopf nicht mehr. Es hilft mir immer ungemein, mir bei Verletzungen genau diesen Knopf anzusehen. Ihn detailliert unter die Lupe zu nehmen. Wenn ich nämlich weiß, woher er kommt, dann brauche ich nicht mehr wegen dieses einen Kollegen traurig zu sein. Denn er ist unwichtig. Zumindest für mein Leben.

Jede Auseinandersetzung nutze ich mittlerweile dafür, um mir genau zu überlegen, was für ein Knopf da gedrückt wurde, wo er herkommt und ob ich den noch behalten will. Je häufiger ich hinsehe, desto mehr Stromkabel kappe ich. Und mittlerweile können zwar noch viele Knöpfe gedrückt werden, aber die sorgen nur noch für ein Fünf-Minuten-Aua.

Schauen Sie sich Ihren Knopf an

Das ist Ihre Chance. Vor allem in dieser emotionalen Vorweihnachtszeit. Wir möchten alles perfekt haben, wir möchten uns geliebt fühlen, wir haben Wünsche fürs neue Jahr. Es kommt so viel zusammen. Wenn Sie dann jemand mit seinen Aussagen verletzt, ist die Frage, warum Sie diesen Knopf immer noch scharf geschaltet haben. Schauen Sie hin. Ergründen Sie, wann Sie ihn installiert haben. Nehmen Sie bewusst wahr, dass dies mit der aktuellen Situation wenig zu tun hat.

Mein Kollege kann nichts dafür, dass ich diesen Knopf habe. Natürlich darf ich mich dagegen wehren, dass er meine Ideen klaut, doch es muss mich nicht verletzten.

Fazit

Achten Sie auf sich. Begutachten Sie liebevoll Ihre Knöpfe. Und dadurch können Sie sich mit jedem Angriff, mit jedem Streit, mit jeder unangenehmen Situation noch besser kennen lernen. Fangen Sie in der Vorweihnachtszeit an, damit Sie zu Weihnachten schon richtig entspannt sind.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Start in die neue Woche mit vielen inaktiven Knöpfen.

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