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Bekannt aus:
Mehr Klarheit beim Delegieren

Klare Kommunikation beim Delegieren

Isabel versucht zu delegieren

„Joana, könntest du dir bitte den Vertrag ansehen und gegebenenfalls nach verhandeln?“ – „Susanne, könntest du bitte diese Dame bei der Ich REDE. Akademie eintragen?“ – „Marion, könnten Sie bitte bei Herrn Mustermann anrufen und ihn um einen Telefontermin bitten?“

Aaaarrrrgggggghhhhh!!!!!

Ich stutze. Lese mir durch, was ich da geschrieben habe. Schüttle den Kopf, lösche alles und schreibe es neu: „Joana, bitte schau dir den Vertrag an und verhandle gegebenenfalls nach.“ – „Susanne, bitte trag diese Dame bei der Ich REDE. Akademie ein.“ – „Marion, bitte ruf Herrn Mustermann an und vereinbare einen Telefontermin.“

Wenn ich dann nach unten schaue, stehe ich voll drin. Und zwar in der „Ich bin eine Frau und mag nicht so bestimmt auftreten“-Falle. Was für ein Blödsinn.

Klarheit gerade beim Delegieren

Es ist ja okay, wenn ich jemanden mal frage, ob er etwas kann. Ich frage auch auf der Straße manchmal: „Können Sie mir sagen, wie spät es ist?“ oder im Laden „Können Sie mir helfen?“. Doch in den Fällen ergibt es auch Sinn. Denn ich weiß nicht, ob die erste Person eine Uhr trägt bzw. die Uhr lesen kann. Und bei der zweiten könnte es sein, dass ich aus Versehen eine Verkäuferin von der falschen Abteilung angesprochen habe.

Doch beim Delegieren? Wieso frage ich ständig etwas, bei dem ich die Antwort doch weiß. Ich WEISS, dass meine großartige Assistentin Joana Schulz Verträge sorgfältig überprüfen und in meinem Sinne nach verhandeln kann. Natürlich weiß ich auch, dass meine Sozial-Media-Mitarbeiterin Susanne Hüners alle neuen Mitglieder der Ich REDE. Akademie eintragen kann. Und meine liebe Marion Bork kann die besten Telefonate führen. Warum frage ich dann?

Ich will lieb sein

Wenn ich in mich hinein horche, dann möchte ich einfach ganz lieb rüberkommen. Auch und vor allem bei meinem Team. Doch ist eine Frage liebenswerter, als eine höfliche Aufforderung? Nein. Und welche Sätze strahlen mehr Klarheit aus? Die Aussagen. Ohne „könnte“.

Es ist mir so bewusst. Im Kopf. Definitiv. Und zwar ist mir das schon vor einer ganzen Weile aufgefallen. Seitdem schreibe ich meine E-Mails anders. Aber selten im ersten Durchlauf. Ich habe eine Idee, öffne das E-Mail-Programm und schreibe gedankenlos drauf zu. Nehme dann meinen Satz bewusst war und … lösche wieder alles, um es neu zu schreiben.

Frauenproblematik

Auch wenn ich ja in meinen Hörbüchern „Ich REDE. mit einem Mann“ und „Ich REDE. mit einer Frau“ sage, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind, so ist dies definitiv ein Frauenproblem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann solche Fragen beim Delegieren stellen würde. Oder?

Kennen Sie ein männliches Wesen, dass beim Delegieren genau solche Fragen stellt? Wie auch immer. Ich werde es mir abgewöhnen. Ich möchte mehr Klarheit beim Delegieren. Und irgendwann wird der Tag kommen, an dem dies auch unbewusst angekommen ist und ich einen Satz nur einmal schreiben werde.

 

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Liebe Isabel,

    …sehr gut beschrieben! Tatsächlich ist die „Frauenproblematik“ und damit der Wasser-Anteil nach den Elementaren Kommunikationstypen, des Pudels Kern. Klare Delegation ist „erdig“, sachlich und fokussiert: Was ist das Ziel der delegierten Aufgabe? Wer macht was wann und mit welchen Mitteln. „Erde“ schafft Klarheit und ist nicht „lieb“ denn es geht um das Ziel – ohne wenn und (Gel)aber. Letzteres empfindet Erde so…
    Was uns Ladies ehrt, ist tatsächlich das bewusste Suchen nach einer wertschätzenden AnsprechHALTUNG bei allen Menschen, während die männliche Garde oft genug nach (betrieblicher) Hierarchie differenziert. Und genau daraus entsteht der Ton, der die Musik macht.
    Meine Erfahrung: Eine sich selbst-bewusste und respektvolle Erde-Wasser Mischung bringt Fokus in die Delegation und verhindert rein-erdige Mails im Team, die zu persönlichen Missverständnissen („Hab‘ ich doch so nicht gemeint“) führen und viele von uns mittlerweile „satt“ haben.
    Mit herzlichen Grüßen aus dem Süden
    Marion

  2. warum sollte Nettigkeit in der Personalführung ein „Frauenproblem“ sein?
    Meine Erfahrung hat gezeigt, dass gerade Führungskräfte (auch männliche) aus den eigenen Reihen diesen Führungsstil verwenden. Solange alle darauf reagieren, so wie Sie es soll(t)en, ist alles gut.
    Aber ja, im Konjunktiv zu delegieren, kann auf Dauer anstrengend sein.
    Schöner Beitrag.

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