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Wie kreiere ich eine eigene Improvisations-Show?

Wie kreiere ich eine eigene Improvisations-Show?

Ich habe immer mal wieder verrückte Ideen, mit denen ich mein Team wahnsinnig mache. Ständig komme ich mit leuchtenden Augen ins Büro und erkläre meine neuesten Hirngespinste und warum und wieso wir die jetzt sofort umsetzen müssen.

Meine eigene Improvisations-Show

Genauso war es mit meiner eigenen Show-Idee. Ich sah damals ein Interview von Steve Kroeger und Torsten Ankam auf youTube. Das Video kann ich leider nicht verlinken, weil es schon wieder entfernt wurde. Es war ein Vortrag, den sich beide geteilt haben, indem Steve zum Beispiel fünf Minuten über Motivation geredet hat und dann mit einem Wort aufhörte, zum Beispiel „Freiheit“ und diesen Begriff dann an Torsten weitergab, der dann erzählte, was er unter Freiheit in der Finanzbranche versteht. Zwei Redner mit unterschiedlichen Themen, die sich gegenseitig die Bälle zuwarfen und improvisierten. Das hat mir super gefallen.

Eine Tour durch Fitness-Center

Ein Jahr später war ich mit Steve eng befreundet und wir überlegten, ob wir nicht etwas ähnliches zusammen auf die Beine stellen könnten. Wir hatten es beide satt, dass viele Redner ihre Vorträge auswendig lernen. Es spricht im Prinzip nichts dagegen, wenn man sich den Vortrag nur ein- oder zweimal anhört. Dann sind die nämlich meistens gigantisch. Doch es ist eben eine einstudierte Show und wenn ich beim dritten Mal mitreden kann, dann habe ich keine Lust mehr auf den Vortrag.

Durch diese Art der Improvisation wollten wir unseren Zuschauern die Möglichkeit geben, uns von einer völlig anderen Seite zu sehen und zu erleben. Daher haben wir uns überlegt, dass wir eine Show durch Deutschland machen. Da Steve früher Fitnesstrainer war und noch einige Kollegen aus dieser Branche kennt, kamen wir auf die Idee, diese Show in diversen Fitness-Centern aufzuführen. Im kleinen Rahmen, sehr persönlich, ohne Mikrofon hätten die Zuschauer eine komplett neue Facette von uns gesehen.

Die WIS – Wissens-Impro-Show®

Logo der Wissens-Impro-ShowLeider haben wir beide uns nie die Zeit genommen, um unsere Idee mal in die Realität umzusetzen. Daher habe ich mich dann irgendwann alleine dran gesetzt und wollte die Grundidee endlich umsetzen. Es sollte ein Abend sein, in dem ich einen Gast-Redner einlade. Sowohl ich, als auch der Gastredner halten in der ersten Hälfte jeweils einen kurzen Vortrag. Da befinden wir uns noch auf gewohntem und vertrautem Gebiet. Doch danach sollten wir beide zwar über unser Fachgebiet weiter reden, aber mit Wörtern, die uns das Publikum gibt oder mit Power-Point-Charts, die wir vorher noch nie gesehen haben etc.

Improvisationsübungen

Ich habe früher während meines Gesangstudiums im Schauspielunterricht viele Improvisationsübungen gelernt und auch danach hat mich das Improvisationstheater immer wieder fasziniert. Ich bin alle mir bekannten Übungen durchgegangen und habe überlegt, bei welchen wir noch genug Wissen rüber bringen können. Es sollte in der Show ja nicht darum gehen, dass wir toll improvisieren können, sondern darum unser Fachwissen mal auf eine ganz neue Art und Weise zu präsentieren, den Zuschauern eine unbekannte, private Seite von uns zu zeigen und auch zu beweisen, dass ein Vortrag selbst dann gut sein kann, wenn Pannen passieren. Und natürlich waren Pannen vorprogrammiert, weil wir nicht wussten, was auf uns zukommt und ob wir die uns unbekannten Bilder und Worte logisch in unseren Vortrag würden mit einbauen können. Abgesehen davon haben die Gastredner häufig vorher noch nie beruflich improvisiert und betraten damit Neuland.

Ich wollte also:

  • Weg vom Standardvortrag
  • Von bekannten Rednern völlig neue Seiten zeigen
  • Die Wissens-Inhalte auf eine neue Art präsentieren
  • Zeigen, dass ein Vortrag mit Pannen trotzdem (oder gerade deswegen?) ein Erfolg sein kann
  • Das Publikum mit einbeziehen
  • Zeigen wie Improvisation funktioniert, selbst bei Improvisations-Laien

Echte Experten

Ein Zuhörer von der ersten WIS – Wissens-Impro-Show® hat es gut auf den Punkt gebracht: Erst wenn jemand zu seinem Thema improvisieren kann, dann erkennt der Zuschauer, ob er sein Thema wirklich beherrscht. Ich unterstelle niemandem, der seinen Vortrag auswendig lernt, dass er sein Thema nicht beherrschen würde, sondern möchte damit nur sagen, dass es in der Tat einige „Experten“ gibt, die immer wieder dasselbe antworten. In jedem Interview, in jeder Debatte, in jedem Vortrag und dann zweifle ich manchmal das fundierte Experten-Basis-Wissen an. Mag arrogant klingen, sind aber meine Gedanken gewesen.

Die Umsetzung

Ich habe also eine kleine Melodie komponiert zu meinem Claim „Gut reden kann jeder“ und habe sie von Lalelu einsingen lassen. Das ist eine großartige A Capella Comedygruppe, die ich gut kenne und die mir diese Ehre erwiesen haben. Ihr hört das Ergebnis im Video-Vorspann.

Danach habe ich den Radiomoderator und guten Freund Arne Waack gefragt, ob er die Show moderieren würde und bin so hoch gesprungen, wie ich nur konnte, als er zugesagt hat. Ich liebe den Humor von Arne.

Die WIS-Bühne im RohzustandDann habe ich organisiert, dass in dem Tonstudio von toneworx eine Bühne aufgebaut wurde, habe mein Drehteam von SAM engagiert und einige Redner gefragt, ob sie als Gast gerne dabei sein würden. Als erster hat mein lieber Freund und Kollege Mathias Fischedick zugesagt.
Vier Shows wollte ich kostenlos auf die Beine stellen und nur Newsletter-Abonnenten, Kunden und Facebook-Fans einladen. Ich wurde auch jedes Mal schnell die 50 bis 70 Karten los und die Stimmung war jedes Mal großartig.

Und heute?

Mittlerweile habe ich auch eine Show kostenpflichtig in der Hamburger Kammeroper aufgeführt und danach beschlossen, dass mir dieser große Rahmen zu unpersönlich ist und zu viel Arbeit macht (die Organisation und der Kartenverkauf inklusive Marketing).

Die WIS – Wissens-Impro-Show® wird es aber bald wieder geben. Im kleineren Rahmen mit den üblichen Verdächtigen. Ohne Kamera. Somit wird jede Show einmalig sein und nur wer dabei war, kann mitreden. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

Ich möchte Sie gerne daran teilhaben lassen, welche Höhen und Tiefen ich mit dieser Show durchlaufen bin und was ich aus den jeweiligen Pannen gelernt habe. Es gibt viele Mitschnitte, die ich bisher nie online gestellt habe, weil ich sie nicht professionell genug fand. Das werde ich nun ändern. Ich werde Ihnen in den nächsten Wochen alle Videos zeigen und im Detail aus dem Nähkästchen plaudern, was ich mir dabei gedacht habe und warum es dann manchmal doch nicht funktioniert hat.

Insgesamt ist es aber ein großartiges Konzept, dass sogar schon einige Male kopiert wurde. Die Kombination aus seriöser Wissensvermittlung und pannenreichem Improvisieren gab es noch nicht, als ich im November 2013 damit loslegte.

Hier können Sie sich erst einmal die Zuschauerstimmen und einen kleinen Überblick vom ersten Abend anschauen:

 

 

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