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Ich bin mehr als meine Beine

Ich bin mehr als meine Beine

Jetzt starte ich KEINE Diät

Ist schon lustig. Ich wollte abnehmen während meines Buchprojekts über das Lipödem. Ich dachte, dass ich innerhalb des einen Jahres der Recherche die perfekte Ernährung und den perfekten Sport finden würde, um dann endlich wieder 65 kg zu wiegen (siehe Foto im Anzug). Und eventuell wollte ich mich sogar einer Liposuktion unterziehen, speziell fürs Lipödem, und spätestens nach den drei Operationen wäre ich dann wieder schlank gewesen.

Ich dachte …, ich wollte …

Der Plan ging nicht auf. Ich erfuhr, dass eine Operation das Lipödem nicht dauerhaft entfernt, also entschied ich mich erst einmal dagegen. Dann wurde klar, dass es wichtig ist, erst einmal im Kopf aus der Essstörung und in die Selbstliebe zu kommen. Dafür habe ich eine Therapie angefangen und bei dem Aufarbeiten der Vergangenheit … rutschte ich immer mal wieder in die Essstörung. Darüber hinaus wurden mir während der Recherche so viele unterschiedliche Ernährungsmöglichkeiten vorgestellt und geraten, die ich ausprobiert habe, anstatt die Ernährung weiterhin zu essen, die meinem Körper gut tut. Ich nahm zu. Innerhalb eines Jahres satte 17 Kilo. Mit circa 78 kg fing ich im August 2017 an und nun sitze ich hier mit circa 95 Kilo.

Also nun doch eine Diät?

Nein. Ich habe von einigen Experten gehört, dass der wichtigste erste Schritt sei, sich selbst zu mögen, so wie man ist. Daran wachse ich noch. Klappt nicht jeden Tag, aber immerhin habe ich nun beschlossen KEINE Diät zu machen. NICHT abnehmen zu wollen. NICHT zu denken, dass ich glücklicher wäre, wenn ich ein paar Kilo weniger wiegen würde. Dass Diäten auf Dauer dicker machen, ist wissenschaftlich bewiesen. Und dass das Lipödem – vor allem die Schmerzen – mit jeder Zunahme schlimmer wird, wurde mir von Ärzten bestätigt. Also gilt es: Gewicht halten und wohl fühlen.

Wie jetzt? Nichts ändern?

Doch. Natürlich ändere ich etwas. Und zwar meine Ernährung. Ich ernähre mich wieder hauptsächlich von veganer Rohkost. Hauptsächlich deswegen, weil ich da nicht sklavisch bin. Ab und an esse ich auch mal warmes vegetarisches Essen. Und ganz selten sogar Fleisch. Ich bin somit ein Flexitarier. Rohkost ist kein Tipp für alle, die ein Lipödem haben, sondern dies ist die Ernährung, mit der mein Körper am besten zurecht kommt. „Vegane Rohkost“ klingt zwar nach Diät, aber ich esse manchmal zwei große Packungen Nüsse am Tag und schütte mir literweise Olivenöl über meinen Salat. Ich mache also definitiv keine Diät. Und trotzdem merke ich, wie mein Körper loslässt und ich ganz langsam abnehme.

Ich habe nichts dagegen, wenn ein paar Kilos purzeln, aber nicht auf Krampf. Nicht, weil ich meinen Ist-Zustand ablehne.

Dr. Bertsch aus der Földiklinik

Der wichtigste Tipp von Dr. Bertsch aus der Földiklinik war, dass ich bitte nie wieder eine Diät machen soll. Er meint, dass es wichtig sei, dass Gewicht zu halten. Mit gesunder Ernährung und Sport. Und genau das mache ich jetzt. Mit Sport habe ich noch nicht angefangen, weil mir die Gelenke noch so weh tun, aber in ein paar Wochen werde ich dann wieder regelmäßig Kraftsport machen und langsam joggen.

Ich habe mir gerade meine Fotos angesehen, die im Buch „Lipödem – Ich bin mehr als meine Beine“ erscheinen werden. Bei dem Fotoshooting wog ich soviel wie jetzt und es war herausfordernd, mich trotzdem mit nackten Beinen im Minikleid anzuschauen. Ich wachse gerade sehr. Innerlich. An diesem Buch. Und das ist gut so.

Schlanker ist nicht schöner

Ich verband schlank sein mit schön sein. Aber wenn ich schlanker bin, dann bin ich nur schlanker, aber nicht unbedingt schöner. Ich mache also nun endlich wieder einen guten Schritt in Richtung Gesundheit, indem ich mich so ernähre, dass es meinem Körper gut geht und ich bald wieder mit Sport anfange. Um mein Gewicht zu halten. Und mich gut zu fühlen. Um gesund zu bleiben bzw. gesünder zu werden.

In diesem Blog werde ich regelmäßig schreiben, was ich über das Lipödem heraus gefunden habe und über meinen persönlichen Weg berichten. Mein Weg ist nicht für jeden das richtige und ich verurteile niemanden, der sich hat operieren lassen. Ganz im Gegenteil: ich finde es toll, wenn ich dann lese, dass die Schmerzen weg sind. Jeder geht seinen eigenen Weg. Und ich bleibe dabei: das wichtigste ist, dass wir uns selbst lieben. Und uns weder für eine Krankheit verurteilen, noch für ein paar Kilos zu viel oder für einen eingeschlagenen Weg, der sich in dem Moment richtig anfühlte.

 

 

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Liebe Isabel,
    ich bewundere Dein Selbstbewusstsein! Jetzt mit über 40 bin ich auch der Meinung, dass ich mehr als meine Beine bin. Obwohl sie sehr lang sind, waren sie immer zu dick! Und wenn ich mal 2-3 Kilo abgenommen hatte, dann nur am Oberkörper, wo ich eher viel zu dünn bin. Schwimmen, Joggen, Radeln… nie hat eine Sportart wirklich geholfen. Ich habe noch nie Shorts oder Miniröcke getragen. Stiefel finde ich auch keine, die um meine Waden passen. Eine Schilddrüsenunterfunktion hat alles noch schlimmer gemacht und ich nahm 10 kg in einem Jahr zu. Irgenwann kam mir auch der Gedanke einfach los zu lassen. Und es hilft wirklich und das Essen schmeckt wieder. Wenn ich Hunger habe, dann esse ich richtig und geniesse es! Ok meist nur Mittag und Abend einen Salat oder auch mal Abendessen weglassen, dann schläft man mit gutem Gewissen . Mit fast 40 habe ich angefangen Ballettunterricht zu nehmen und ich muss sagen es ist fast wie ein Wunder! Nach 3 Jahren ist mein Rücken gerade, meine Schultern gestärkt und meine Beine durchtrainiert! 2 mal im Monat solltest Du eine Massage genießen! Geniessen!!! Was auch sehr toller und effektiver Sport ist und Dich nur 20 min die Woche kostet ist EMS Training- Vorsicht Muskelkater!
    Ich habe nie schlank mit schön verbunden, doch als ich 75 kg wog, ging es mir einfach nur schlecht! Meine Knie und Knöchel waren geschwollen und im Sommer taten sie richtig weh. Deshalb konnte ich mein dickes Ich nie akzeptieren!
    Also gib nicht auf, nur Essen, was glücklich macht, entweder 2 halbe Fastentage oder einen gesamten pro Woche, Bewegung 3x Woche die Dir Spass macht, mal was ganz neues ausprobieren wo man null Ahnung hat (Fotoseminar, Quantenheilung, Bowtech, Angeln…).
    Das mit der Selbstliebe ist schon mal die halbe Miete! Ich habe als Teenager viele Jahre unter Bulimie gelitten. Nicht, um abzunehmen, sondern eher wollte ich unsichtbar sein…. Ich habe mich nie gemocht, wegen meiner Beine….
    Irgendwann hatte ich ein schlechtes Gewissen und mir gedacht, dass so viele Menschen gar nicht laufen können, oder andere mit Behinderung gehen Ski fahren oder Skaten …. Also dachte ich mir, jetzt ist Schluss damit!
    Du bist einfach eine ganz tolle Frau und ich wünsche Dir weiterhin riesigen Erfolg! Deine Bücher haben mir sehr geholfen, nicht nur zu reden, sondern auch ein Selbstbewusstsein aufzubauen, was ich mir nie geträumt gewagt hätte!

    1. Liebe Bianca,

      vielen lieben Dank für deine Offenheit. Ballettraining ist auch eine gute Idee. Ich schaue mal. Durch die ganze Recherche habe ich schon meinen Weg gefunden, es gilt nur, ihn zu gehen. Und das braucht einfach Spucke und Geduld.

      Trotzdem bin ich natürlich für hilfreiche Ideen dankbar, damit wir uns austauschen und uns gegenseitig helfen 🙂

      Ganz lieben Gruß und schön, dass du hier nun mit dabei bist
      Isabel

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